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Der Bausparvertrag ist ein Vertrag zwischen einem Bausparer und einer Bausparkasse. Indem der Bausparer seinen Vertrag bespart, erwirbt er einen Rechtsanspruch auf ein späteres Bauspardarlehen . Die Absicherung dieses Darlehens erfolgt nachrangig. Der Bausparvertrag wird über eine bestimmte Bausparsumme abgeschlossen (§ 1 Abs.2 BSpKG).

Auf Antrag kann der Bausparvertrag geteilt werden. Verträge gleicher Vertragsmerkmale können zusammengelegt werden. Die speziellen Merkmale des Vertrags werden als Bauspartarife bezeichnet. Zentrale Rechtsfigur des Bausparvertrags ist die Zuteilung der Bausparsumme.

Mit dem Abschluss eines Bausparvertrags wird eine Abschlussgebühr fällig.

Der Bausparvertrag ist auch eine Anlageform für die steuerlich geförderten vermögenswirksamen Leistungen, zur Gewährung der Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie. Zudem können Bausparer die einkommensunabhängige Riester-Förderung („Wohn-Riester“) in der Spar- und Darlehensphase des Bausparvertrags nutzen.

Zuteilung

Als Zuteilung des Bausparvertrags wird die grundsätzliche Freigabe seitens der Bausparkasse zur Auszahlung bezeichnet. Zum Zeitpunkt der Zuteilung kann der Bausparer sich das Guthaben und – nach Stellung einer ausreichenden Sicherheit – das Darlehen auszahlen lassen. Eine Zuteilung des Bausparvertrages kann erfolgen, wenn die Zuteilungsvoraussetzungen erfüllt sind. Die Kriterien für die Zuteilungsreife sind in den Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB) festgelegt und variieren je nach Tarif und Bausparkasse.

In der Regel werden folgende Zuteilungsvoraussetzungen vereinbart:

Mindestguthaben
Das Bausparguthaben muss einen vertraglich festgelegten Prozentsatz (in der Regel 40% oder 50%) der Bausparsumme erreicht haben. Als Bausparguthaben wird die Summe der auf einen Bausparvertrag geleisteten Einzahlungen (inklusive der vermögenswirksamen Leistungen) sowie der gutgeschriebenen Zinsen und Wohnungsbauprämien bezeichnet.

Mindestvertragsdauer
Zeitraum, der zwischen Abschluss und frühestmöglichem Zuteilungstermin eines Bausparvertrages liegt.

Mindestbewertungszahl
Vertraglich festgelegte Bewertungszahl, die für eine Zuteilung mindestens erreicht werden muss.

Mindestsparzeit
Beschreibt den geringstmöglichen Zeitraum, in dem die Spareinzahlungen zu erfolgen haben.

Die Zuteilungsreihenfolge in der Gesamtheit der Darlehensinteressenten wird anhand der Bewertungszahl festgelegt. Die Bewertungszahlen werden an festgelegten Bewertungsstichtagen berechnet und der Höhe nach geordnet. Der Bausparvertrag mit der höheren Bewertungszahl hat für die Zuteilung den Vorrang. Die Bewertungszahl wird aus den Sparbeiträgen, den angefallenen Zinsen und der Laufzeit des Vertrages errechnet. Als Bewertungsstichtage werden bei älteren Tarifen die Quartalsenden (31.3., 30.6., 30.9. und 31.12.) verwendet. Heute sind monatliche Berechnungen üblich.

Das Bauspardarlehen kann gemäß § 1 Abs. 3 des Bausparkassengesetzes (BauSparkG) für folgende wohnwirtschaftliche Maßnahmen eingesetzt werden:

  1. Die Errichtung, Beschaffung, Erhaltung und Verbesserung von überwiegend zu Wohnzwecken bestimmten Gebäuden und von Wohnungen, insbesondere von Eigenheimen und Eigentumswohnungen, sowie der Erwerb von Rechten zur dauernden Nutzung von Wohnraum,
  2. die Errichtung, Beschaffung, Erhaltung und Verbesserung von anderen Gebäuden, soweit sie Wohnzwecken dienen,
  3. der Erwerb von Bauland und Erbbaurechten zur Errichtung von überwiegend zu Wohnzwecken bestimmten Gebäuden,
  4. der Erwerb von Bauland und Erbbaurechten zur Errichtung anderer Gebäude hinsichtlich des Anteils, der dem Verhältnis des zu Wohnzwecken bestimmten Teils des auf dem Grundstück zu errichtenden Gebäudes zum Gesamtgebäude entspricht,
  5. Maßnahmen zur Erschließung und zur Förderung von Wohngebieten,
  6. die Ablösung von Verbindlichkeiten, die zur Durchführung von Maßnahmen nach den Nummern 1 bis 5 eingegangen worden sind,
  7. die Ablösung von Verbindlichkeiten, die auf einem überwiegend Wohnzwecken dienenden Grundstück ruhen.

Als wohnungswirtschaftliche Maßnahmen gelten die Ablösung von Verbindlichkeiten, die zur Leistung von Bauspareinlagen eingegangen worden sind, sowie gewerbliche Bauvorhaben, wenn sie im Zusammenhang mit dem Bau von Wohnungen oder in Gebieten durchgeführt werden, die dem Wohnen dienen, und wenn sie dazu bestimmt sind, zur Versorgung dieser Gebiete beizutragen.

Bausparen als Form der sicheren Sparanlage

Aber auch für den, der für sich, seine Kinder oder Enkel sparen möchte und dabei absolute Sicherheit wünscht, bietet sich Bausparen an.

Manche Bausparkassen bieten sogenannte „Sparer-Tarife“ an, die zusätzlich zum Basiszins (i.d.R. zwischen 0,1% und 1,0%) am Ende der Laufzeit rückwirkend einen Bonuszins auf die Einzahlungen gewähren, wenn kein Bauspardarlehen in Anspruch genommen wird.

Bei meinem Empfehlungstarif für Sparer gelten dabei folgende Voraussetzungen:

  • Der Vertrag muss regelmäßig bespart werden – Einmaleinzahlungen sind nicht zulässig.
  • Mindestsparbeitrag: 15€ pro Monat
  • Maximalsparbeitrag: 4 Promille der Bausparsumme pro Monat.
  • Die Laufzeit muss bei Vertragsabschluss fest vereinbart werden.
  • Die Garantieverzinsung wird nur gezahlt, wenn die Laufzeit eingehalten wird. Wird der Vertrag bei z.B. 7 Jahren Laufzeit im 6. Jahr gekündigt wird, dann wird das Guthaben nur mit der Grundverzinsung von 0,50% p.a. verzinst.
  • Die Garantieverzinsung wird als Ausgleichsbonus zur Grundverzinsung mit Ablauf des letzten Laufzeitjahres rückwirkend gutgeschrieben.

In diesem Tarif ergeben sich (Stand 07.2019) folgende Gesamt-Garantieverzinsungen (Basiszins + Bonuszins):

  • Laufzeit (Spardauer) 3 Jahre – 1,11%
  • Laufzeit (Spardauer) 5 Jahre – 1,61%
  • Laufzeit (Spardauer) 7 Jahre – 2,11%
  • Laufzeit (Spardauer) 10 Jahre – 2,36 %

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