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Die fondsgebundene Lebens-/Rentenversicherung ist eine kapitalbildende Versicherung. Die Ablaufleistung dieser Versicherungen hängt maßgeblich von der Wertentwicklung der ausgewählten Sparinstrumente (meist Investmentfonds) ab. 

Der Versicherungsbeitrag beinhaltet einen Sparanteil, der direkt in einem oder mehreren Investmentfonds (Sondervermögen) angelegt wird. Diese Sondervermögen werden von Kapitalanlagegesellschaften verwaltet und in einem gesonderten Anlagestock der Versicherungsunternehmen geführt. Investmentfonds investieren in unterschiedliche Wertpapiere und Anlageformen wie beispielsweise Aktien, Rentenpapiere oder Immobilien. 

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Im Vergleich zur klassischen Lebensversicherung hat der Versicherungsnehmer die Chance auf höhere Erträge, trägt aber auch im ungünstigsten Fall das Verlustrisiko. Der Versicherungsnehmer kann selbst Einfluss auf die Anlagestrategie nehmen und aus einem Sortiment vertraglich festgelegter Investmentfonds wählen. Eine besondere Form sind Fondspolicen mit Beitragsgarantie – der Versicherer gewährleistet dabei am Ende der Laufzeit mindestens die eingezahlten Prämien zurückzuzahlen beziehungsweise diese in eine Rente umzuwandeln. Natürlich haben solche Garantieversprechen auch ihren Preis: Je nach Ausstattung und Laufzeit können sie bis zu 1,5 Prozentpunkte der Rendite pro Jahr auffressen. Auf dieser Seite finden Sie genauere Informationen zu den Kalkulationsgrundlagen, den unterschiedlichen Garantiemodellen, den Arten der Investmentfonds und der steuerlichen Behandlung.

Hybridprodukte

Statisches 2-Topf Hybridprodukt 

Funktionsweise

  • Einfache Mischung aus klassischer und fondsgebundener Versicherung
  • Ziel: Brutto-Beitragsgarantie
  • Beitragsgarantie wird durch Kapital im konventionellen Deckungsstock sichergestellt (Verzinsung 0,9 %)
  • Restliche Anteile der Beiträge werden in freie Fonds investiert
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VorteileNachteile
Auch bei schlechter Wertentwicklung sind die Beiträge garantiert
Hohe Sicherheit
Einfaches Konzept
Großer Anteil der Beiträge kann nicht zur Erzielung hoher Renditen eingesetzt werden
Kein Umschichten (statische, fixe Töpfe)

Dynamisches Hybridprodukt 

Funktionsweise

Anlagestrategie in 3 Asset-Klassen

  • Sicherungsvermögen mit sicherem Rechnungszins von 0,9 % 
  • Fondsanlage in Wertsicherungsfonds (z.B. 80 % Garantie auf Monatsbasis)
  • Fondsanlage in frei wählbare Fonds
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Man investiert genau so viel in den Wertsicherungsfonds, dass selbst bei Maximalverlust des Wertsicherungsfonds (z.B.20 %) das Guthaben (Wertsicherungsfonds und Sicherungsvermögen) noch ausreicht, um die Garantie nach Umschichten (Wertsicherungsfonds in Sicherungsvermögen) sicherzustellen.

VorteileNachteile
Viele Garantievarianten (z.B. Beitragsgarantie)
Größerer Anteil in freien Fonds als bei statischen Hybridprodukten
Cash Lock wird vermieden
Gratis Umschichten nach mathematischen Modell
Aktienanteil im Wertsicherungsfonds evtl begrenzt
Garantiekosten nicht explizit ausgewiesen
Komplexes Modell

Garantierter Rentenfaktor

Die Rente aus einer fondsgebunden Rentenversicherung wird über einen Rentenfaktor direkt aus dem Vertragsguthaben errechnet. Dieser wird für jeden Vertrag individuell ermittelt und ist von folgenden Variablen abhängig:

Geschlecht, Geburtsdatum, Rentenbeginnalter, Rentengarantiezeit und Tarif

Der Rentenfaktor gibt an, wie hoch die Rente sein wird, die pro 10.000 EUR vorhandenem Fondsguthaben ausgezahlt werden soll. Es gibt jedoch verschiedene Arten von Rentenfaktoren, die sich durch die Qualität ihrer Garantie unterscheiden.

  • Garantierter Rentenfaktor: keine Änderung möglich, auch nicht bei Ansteigen der Lebenserwartung
  • Nicht garantierter Rentenfaktor: Anpassungsmöglichkeit des Versicherers, wenn mit höherer Lebenserwartung gerechnet werden muss
  • Garantierter Rentenfaktor mit Änderungsvorbehalt (Treuhänderklausel): Rentenfaktor ist grundsätzlich garantiert, kann aber unter bestimmten Voraussetzungen (Erhöhung der Lebenserwartung, nachhaltige Senkung der Rendite der Kapitalanlagen) nur mit Zustimmung eines unabhängigen Treuhänders abgeändert werden.

Steuerliche Behandlung

Einkommensteuer 

Wie werden die Versicherungsprämien steuerlich behandelt?

Die Prämien sind gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 3a Einkommensteuergesetz (EStG) im Rahmen der Höchstbeträge von 2.800 bzw. 1.900 Euro (§ 10 Abs. 4 EStG) steuerlich abzugsfähig. Bei Zusammenveranlagung werden die einzelnen Höchstbeträge addiert.

Wie werden die Versicherungsleistungen steuerlich behandelt?

Die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsrente unterliegen in Höhe des Ertragsanteils der Einkommensteuer. Der Ertragsanteil ergibt sich aus § 22 Nr.1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe bb EStG in Verbindung mit § 55 EStDV. Eine im Todesfall fällige Kapitalleistung unterliegt nicht der Einkommensteuer.

Erbschaft-/Schenkungsteuer 

Wann ist die Versicherungsleistung erbschaftsteuerfrei bzw. -pflichtig?

Die Versicherungsleistung ist schenkungsteuerfrei, wenn sie an den Versicherungsnehmer selbst ausgezahlt wird. Erhält die Leistung nicht der Versicherungsnehmer, sondern eine andere Person, dann liegt beim Empfänger gewöhnlich ein schenkungsteuerpflichtiger Erwerb vor. Ebenso kann ein schenkungsteuerpflichtiger Vorgang vorliegen, wenn die Versicherungsprämien nicht vom Versicherungsnehmer selbst, sondern von einem Dritten bezahlt werden. Ob es zu einer Schenkungsteuerzahlung kommt, richtet sich nach dem gesamten schenkungsteuerpflichtigen Erwerb unter Berücksichtigung von Freibeträgen.

Fondslexikon

Investmentfonds 

bündeln das Vermögen vieler Anleger. Das gesamte Kapital wird in verschiedene Aktien-, Renten- und/oder Geldmarktpapiere angelegt und erreicht so eine Diversifikation, die ein Anleger allein kaum erreichen könnte.

Aktienfonds 

sind Investmentfonds, die in Wertpapiere verschiedener Unternehmen investieren. Die Wertentwicklung des Fonds ergibt sich aus der Summe der einzelnen Kursentwicklungen. Das Wachstumspotential ist bei Aktienfonds größer als bei allen anderen Fondsarten. Das bringt aber auch die Möglichkeit erheblicher kurzfristiger Schwankungen mit sich. Aktienfonds eignen sich deshalb besonders als langfristige Anlage. Mit Aktienfonds können Sie gezielt in Branchen, Regionen oder auch Unternehmen unterschiedlicher Größe investieren.

Rentenfonds 

investieren ganz oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere – auch Renten, Anleihen oder Bonds genannt. Während ihrer gesamten Laufzeit haben diese Wertpapiere einen unveränderlichen Zinssatz. Dabei spielt die allgemeine wirtschaftliche Situation eine wesentliche Rolle für die Entwicklung des Fonds. Rentenfonds haben in der Vergangenheit geringere Wertschwankungen gezeigt als Aktienfonds. Sie dienen daher als Basisinvestment mit geringem Risiko oder sicherheitsorientierte Komponente für Ihre Investmentanlage, ohne dass Sie dabei auf einen relativ hohen Ertrag verzichten müssen.

Mischfonds 

auch „Gemischte Fonds“ genannt, können sowohl in Aktien als auch in Rentenpapiere investieren. Sie kombinieren Wachstumschancen der Aktienengagements mit Renditen aus festverzinslichen Wertpapieren (Rentenfonds). Dies gibt dem Fondsmanager einen größeren Anlagespielraum. Bei stagnierenden oder fallenden Aktienkursen kann er zu festverzinslichen Wertpapieren wechseln, bei positiver Tendenz am Aktienmarkt kann er den Schwerpunkt wieder auf die Aktienanlage verlagern. So kombiniert der Mischfonds die Vorteile von Aktien- und Rentenfonds: Der Anleger profitiert von den Performancevorteilen von Aktienfonds, sichert sich dabei aber mit der Möglichkeit der Anlage in Rentenfonds ab.

Geldmarktfonds 

eignen sich besonders zur kurzfristigen Anlage und unterliegen kaum Kursschwankungen. Sie investieren überwiegend in reine Geldmarktinstrumente (z.B. Festgelder, kurzlaufende, festverzinsliche Wertpapiere). Dadurch sind ihre Kursschwankungen im Vergleich zu Aktienfonds meistens geringer.

Festverzinsliche Wertpapiere 

Begriff für alle Wertpapiere, die während ihrer gesamten Laufzeit einen unveränderlichen Zinssatz haben. Der Anleger gewährt dem Emittenten quasi ein Darlehen in Höhe des Nennwertes und hat Anspruch auf eine feste nominale Verzinsung sowie Rückzahlung zu 100 Prozent zum Laufzeitende. Festverzinsliche Wertpapiere werden auch als Rentenwerte bezeichnet.

Dachfonds 

Das Vermögen wird nicht direkt in Wertpapiere, sondern in Anteile verschiedener Investmentfonds angelegt. Durch den Mix vieler einzelner Zielfonds erreichen Sie weitere Sicherheit, eine größere Diversifikation als in Einzelfonds und Zugang zu spezifischem Anlage-Know-how. Zielfond: Eine Vielzahl gezielt ausgewählter Investmentfonds, die in einem Dachfondszusammengefasst werden.

Exchange Traded Funds (ETF) 

sind börsennotierte Investmentfonds, die die Wertentwicklung eines Index wie etwa den DAX abbilden. Durch den Kauf eines ETF wird ein ganzer Anlagemarkt abgedeckt. Die Entwicklung des Fonds folgt der Entwicklung seines Index sowohl bei auf-, als auch bei abwärts gerichteten Marktentwicklungen. ETFs weisen eine geringe Kostenstruktur auf, da kein aktives Management dahinter steht. 

Wertsicherungsfonds 

Hier steht das Erarbeiten einer im jeden Fall positiven Rendite und einer Reduzierung des Risikos für den Anleger im Vordergrund. Es besteht weitestgehend keine Abhängigkeit von den großen Börsen der Welt. Die Fondsmanager können in unterschiedlichstem Ausmaß die verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Renten, Optionen, Futures, Zertifikate und Anleihen nutzen. Eine Garantie für die in Aussicht gestellte Rendite wird nicht gegeben. Die Ausrichtung des Managements auf der Zielrendite kann ein deutlicher Renditenachteil in Zeiten großer Kursgewinne sein. 

Garantiefonds 

versprechen den Erhalt des eingesetzten Kapitals und bieten Chancen auf Wertsteigerung. Die Kosten für die Garantie trägt allerdings der Anleger. Das grundlegende Prinzip von Garantiefonds ist, dass der Anleger an der Entwicklung eines bestimmten Marktes, z.B. Verlauf Aktienindex, partizipiert, aber nicht vollständig. Dafür wird ein negativer Verlauf nicht oder nur zum Teil mitgemacht. Dies wird erreicht, indem z. B. ein Großteil des Fondsvermögens in festverzinsliche Wertpapiere angelegt wird, was für den Erhalt des Ursprungkapitals sorgt, ein kleiner Teil fließt in spekulative Wertpapiere, die überproportional von einem steigenden Aktienindex profitieren. Oder ein Aktienportfolio wird mit spekulativen Wertpapieren abgesichert. Dabei wird ein Großteil des Fondsvermögens in Wertpapiere / Zertifikate angelegt, die genau einen Aktienindex abbilden. Den anderen Teil investiert der Fondsmanager in spekulative Wertpapiere, die überproportional von fallenden Kurses dieses Index’ profitieren. Fällt also der Index, gleichen die Gewinne der spekulativen Wertpapiere die Verluste der Indexzertifikate aus.

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